Alljährlich bekommen PKV Kunden zum Jahreswechsel Schreiben Ihrer Krankenversicherung zum Vertragsstand.

Gelegentlich enthalten solche Schreiben auch die Nachricht, dass sich der Versicherungsbeitrag ab dem kommenden Jahr erhöhen wird.

Das sollte grundsätzlich nicht erschrecken, denn Beitragsanpassungen in der Krankenversicherung (gesetzlich oder privat) sind normal und sofern sich diese im Bereich der allgemeinen Kostensteigerungen im Gesundheitswesen bewegen, sicherlich auch akzeptabel.

Dennoch sollte man natürlich seinen Vertrag im Blick behalten. Gerade höhere Anpassungen werfen Fragen auf: „ Gibt es für Anpassungen eine Obergrenze? Was kann ich tun um meine Beiträge stabil zu halten oder zu reduzieren?

Beitragsanpassungen sind zulässig und eine Obergrenze gibt es nicht. Allerdings können Sie einiges für einen günstigeren Versicherungsbeitrag unternehmen.

Wie können Sie vorgehen?

1) Analysieren Sie zunächst Ihre Situation und stellen Sie für sich einige Informationen zusammen:

Seit wann sind Sie bei Ihrem Versicherer und in welchem Tarif versichert?

Wann wurde Ihr Vertrag zuletzt angepasst und welcher Tarif war betroffen?

Gibt der Versicherer besondere Gründe für die Anpassung an?

Warum haben Sie sich damals für diesen Tarif entschieden?

Setzen Sie heute andere Prioritäten hinsichtlich der Leistung?

Wie hoch ist die Anpassung?

Liegt Ihr Beitrag über dem Höchstbeitrag der GKV?

Wie viel Geld haben Sie seit Vertragsabschluss gegenüber der GKV-Mitgliedschaft gespart?

Wie viel von Ihrer Ersparnis der vergangenen Jahre haben Sie zurückgelegt?

Worüber ärgern sie sich genau?


2) Prüfen Sie Ihre Alternativen

Sind in Ihrem Vertrag Risikozuschläge vereinbart? Liegt der Grund für einen vereinbarten Zuschlag noch vor?  Sie können überprüfen lassen, ob der Zuschlag entfallen oder zumindest reduziert werden kann.

In welchem Rhythmus zahlen Sie Ihre Beiträge?

Einige Versicherer bieten bei jährlicher Zahlweise einen Nachlass von bis zu 4%.

Betrachten wir eine 3. Möglichkeit, nämlich den Wechsel Ihres Tarifes bei Ihrem Versicherer (§204 VVG), einem der wohl am häufigsten empfohlenen Schritte.

Bevor Sie voreilig handeln, ggf. einen unüberlegten Schritt wagen, sollten Sie vorab grundlegenden Punkte beachten:

Grundsätzlich sind in der PKV 3 Tarifgenerationen zu unterscheiden:

Tarifgeneration „Alte Welt“ (vor 2009)

Tarifgeneration „Neue Welt“ (2009 – 21.12.2013)

Tarifgeneration „Unisex“ (seit 2013)

Innerhalb jeder Tarifwelt/Tarifgeneration gibt es bei allen Versicherern unterschiedliche Tarife und Tarifkombinationen, aber auch unterschiedliche gesetzliche Grundlagen zur Kalkulation.

Wechsel PKV Tarif Welt  Bisex Unisex

Innerhalb einer Tarifgeneration ist der Wechsel in andere Tarife grundsätzlich möglich. Auch ein Wechsel in eine „jüngere“ Tarifgeneration ist denkbar (wenn auch nicht pauschal zu empfehlen). Für einen Wechsel aus der „Neuen“ zurück in die „Alte Welt“ gibt es keine konkreten gesetzlichen Regelungen. Hier ist eine Enzelfallprüfung notwendig. Relativ sicher, können diese Wechselrichtung nur diejenigen beschreiten, deren „Ursprungsvertrag“ bereits vor 2009 policiert wurde.

Ein Wechsel aus den geschlechtsunabhängig kalkulierten „Unisex“-Tarifen in eine ältere Tarifgeneration („Bisex“) ist nicht möglich.

Bei den Tarifen innerhalb der „Welten“ sind grundsätzlich 2 Gestaltungsvarianten zu unterscheiden:

Bausteintarife und Kompakttarife in der PKV

Bausteintarife sind in der häufiger in der „Alten Tarifwelt“ zu finden. Die Tarife sind im Vergleich z.T. etwas teurer, können aber ggf. auch eine solidere Kalkulation vorweisen. Bausteintarife können zudem meist „individueller“ gestaltet werden.

Kompakttarife gibt es in allen Tarifwelten. Teilweise sind diese auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtet.

Häufig wurden in der Vergangenheit von Versicherern Kompakttarife mit möglichst niedrigeren Beiträgen kalkuliert um konkurrenzfähig zu sein bzw. bleiben und im gleichen Zug teurere Bausteintarife nicht mehr aktiv angeboten.

Über einen längeren Zeitraum betrachtet zeigt sich, dass gerade in billigen Einsteigertarifen (ggf.„unterkalkuliert“), häufig ein überproportionaler Beitragsanpassungsbedarf entsteht, während Bausteintarife mit einem höheren Beitrag/Anfangsbeitrag vergleichsweise stabiler laufen. Es ist wahrscheinlich, dass so mancher einst billige Kompakttarif sein „Bausteinpendant“  im Beitrag bald einholt oder überholt.

Das soll freilich nicht bedeuten, dass alle Kompakttarife mit „Billigtarifen“ gleichzusetzen sind. Man muss hier sehr differenziert  hinschauen.

Weiter im Text:

Die Baustein- und Kompakttarife  können sich in Leistungsumfang, Leistungshöhen oder auch in Ihrem Aufbau und der Kalkulation unterscheiden.

Grundsätzlich sollte ein Tarifwechsel nie überhastet vorgenommen werden. Wer sagt Ihnen, dass in einem neuen Tarif der zunächst günstig erscheint, nicht schon bald auch eine entsprechende Anpassung vorgenommen werden muss? Ebenso sollte der Wechsel in eine „jünger Tarifwelt“ gut überlegt sein, denn die Grundlagen der Kalkulation unterscheiden sich in den Tarifwelten und möglicher Weise „berauben“ sich hierdurch selber (z.B. Stichwort: Übertragungswert)

Ist der „technische“ Wechsel möglich, so wartet noch eine weitere Hürde. Ein Wechsel kann Ihnen nicht verwehrt werden, aber falls der neue Tarif gegenüber dem Bestehenden umfangreichere Leistungen bietet, kann der Versicherer, falls kein vertraglich vereinbartes Optionsrecht für den Wechsel besteht,  für solche Mehrleistungen Zuschläge verlangen oder Mehrleistungen ausschließen.

Eine pauschale Tarifwechselempfehlung kann es aufgrund der vielen zu bedenkenden Parameter nicht geben.

Natürlich gibt es weitere Szenarien, wie beispielsweise der Wechsel aus einem Höherpreisigen (ggf. aber solideren Tarif ) in einen jungen “Billigeren”, mit entsprechenden Folgen nicht nur auf Leistung und Beitrag, sondern ggf. auch auf Alterungsrückstellungen (Zuweisungen) und Nachhaltigkeit.

Was sollte vor einem Wechselvorhaben bspw. beachtet werden?

Im Vorfeld eines Tarifwechsels sollten Sie weitere Informationen zusammentragen. Einige Beispiele:

Gibt es in der bestehenden Tarifkombination Möglichkeiten zur Beitragsreduktion (andere SB, Reduzierung der Leistung z.B. in der stationären Versorgung Unterbringung im  Zweibettzimmer statt Einbettzimmer)?

Welche /wie viele Alternativen bestehen zu Ihrem aktuellen Tarif?

Wann wurden die anderen (optionalen)Tarife zuletzt angepasst?

Bieten Tarifoptionen einen höheren oder geringeren Leistungsumfang?

Welchen Leistungsumfang sollten Alternativen bieten?


3) Wer unterstützt Sie bei Analyse und Angeboten?

Kostenpflichtige Unterstützung erhalten Sie bei z.B. spezialisierten Rechtsanwälten oder Versicherungsberatern (§34e).

Natürlich können Sie auch Ihren versichere oder den Vermittler Ihres Vertrages ansprechen.

Er sollte Ihnen die Zusammenhänge erläutern und ggf. Alternativen aufzeigen können.

Beim Angebot einer isolierten „Beratung gegen Honorar“ zur Tarifumstellung durch einen Versicherungsmakler §34d (ohne dass dieser Ihnen den Vertrag vermittelt hat bzw. betreut), sollten sie allerdings vorsichtig sein. Es ist rechtlich m.E. nicht zweifelsfrei geklärt (zumindest gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen), in welchem Umfang diese Berufsgruppe Rechtsberatung bei Verbrauchern z.B. gegen Honorar leisten „darf“.

Hinterfragen/Prüfen Sie:

Wer Ihnen eine Dienstleistung und in welchem Umfang anbietet;

welchen beruflichen Status hat der Anbieter – schauen Sie z.B. auch in das Impressum des Anbieters auf der Homepage  oder/und das Vermittlerregister.

Bedenken Sie aber auch:

Die berufsständische Zulassung alleine ist kein Qualitätsmaßstab – hinterfragen Sie den Anbieter. Handelt es sich tatsächlich um einen „Fachmann/frau“.

Achtung vor „Geschäftemachern“

Beitragsanpassungen und damit verbunden auch Unsicherheiten rufen „Geschäftemacher“ auf den Plan.

„ist Ihre Krankenversicherung auch zu teuer?“

„Jetzt PKV-Beitrag senken bis zu XX% sparen – ohne Kündigung.“

Mit kernigen Sprüchen suggerieren „Tarifoptimierer“ Hilfe und erklären, für Sie günstigere Tarife bei gleicher Leistung bei Ihrer bestehenden PKV zu finden.

Gleichzeitig stellen sie sich selber gerne als „neutral“ und „kundenorientiert“ da.

Bezahlen lassen Sie diese Dienstleister in vielen Fällen mit einem Honorar, dessen Höhe von der jeweiligen Ersparnis abhängt.

Hier sollten Sie sich die Frage stellen, ob tatsächlich Ihre Interessen im Vordergrund stehen, oder vielmehr das Ziel ist, einen möglichst “billigen Zieltarif” zu offerieren.

Die größten Beitragseinsparungen lassen sich oft in jungen Tarifen ggf. mit reduziertem Leistungsumfang und höheren Selbstbeteiligungen  erzielen.  Nicht selten sind solche Tarife aber wieder „zu billig“ kalkuliert (bilden z.B. geringere Alterungsrückstellungen) und lassen künftig deutliche Beitragsanpassungen erwarten.

Sie enteignen sich, mit dem Ziel sich ständig billig zu versichern quasi selber, zum einen durch Leistungssenkung (auch fehlende Leistungen muss man sich im Alter „leisten können“) und zum anderen durch geringere Alterungsrückstellungen.

Die Nachhaltigkeit eines solchen Vorgehens ist ggf. mehr als fraglich. Bedenken Sie: Leistung kostet Geld! Höheres Alter, gleiche Leistung, weniger Beitrag; wie soll das gehen? Wer anfangs spart, zahlt später drauf!

Optimiertes Honorar oder optimierter Tarif?

Sicherlich lässt das Vergütungssystem kein „Pauschalurteil“ über die Qualität eines Dienstleister zu; wirklich seriös wirkt es aber auf mich auch nicht.

TIP: Vereinbaren Sie mit einem Dienstleister vor Auftragserteilung ein festes Honorar/ Pauschale. Bei einer Vergütung auf Stundenbasis sollten Sie vorher Maximalkosten vereinbaren.

Hinterfragen Sie „Scheinargumente“. 2 Beispiele:

„Sie sind in einem alten Tarif, ihr Tarif ist geschlossen – da kommen keine Jungen mehr rein, der Tarif vergreist“

Die Wahrheit: Alle Krankenversicherungstarife (Voll- und Zusatzversicherungen), vor dem 21.12.2012 sind für das Neugeschäft (und das ist damit gemeint) geschlossen, denn es dürfen seither nur noch Unisextarife angeboten werden. Wahrscheinlich sind derzeit alleine in den geschlossenen Vollkostentarifen über 95% aller PKV-Kunden versichert. Das ist nicht weiter tragisch, solange Kosten und Rücklagen (zur Beitragsstabilisierung im Alter werden solche ja auch gebildet), ausreichend kalkuliert wurden. Sie sollten sich eher fragen, ob die Kalkulation eine „billigen Tarifes“, in dem heute vermehrt junge Menschen versichert sind, denn hinreichend den Kostenbedarf im Alter berücksichtigt.

„Makler / Vermittler bieten ihren Kunden keine Tarifwechsel an, weil dann die Bestandsprovisionen sinken; das Eigeninteresse der Makler steht dem Kundeninteresse entgegen“.

Die Wahrheit (hier spreche ich einmal nur für mich):

Die laufende Bestandsprovision einer Krankenversicherung beträgt zwischen 1,5% und 2% des Beitrages. Bei einer Ersparnis von 100€ für Kunden entspricht dies im Maximalfall also 2,00 € Mindereinnahme.

Bei einem Honorar für Tarifoptimierung  in Höhe  der 6-fachen monatlichen Ersparnis (ein übliches Honorar – häufig sogar noch höher), also 600€, reden wir hier also über 25 Jahre Bestandsprovisionen. Ich bezweifele, dass ich so viel Umsatz mit Bestandprovisionen (heißt beim Makler eigentlich Courtage) in meinem Berufsleben überhaupt noch erzielen werde. Gerne würde ich meinen Kunden sofort einen halbierten Beitrag anbieten. Das Problem ist nur: Es gibt keinen Tarif, der gute Leistungen zu maximaler Beitragsstabilität für einen minimalen Beitrag bietet!

Natürlich bedeuten die vorgenannten Punkte nicht, dass sich eine Überprüfung des eigenen Vertrages und ggf. ein Tarifwechsel generell nicht lohnen können. Ein Tarifwechsel sollte aber nur nach eingehender Prüfung, Abwägung der Vor- und Nachteile, mit Sinn und Verstand und unter kompetenter Anleitung durchgeführt werden

Bleiben Sie kritisch, falls Sie die Dienstleistung eines „Tarifoptimierers“ in Anspruch nehmen möchten.

Kommt der Wechsel zu einem anderen Versicherer in Frage?

Das ist sehr selten der Fall und sollte nur in besonderen Fällen mit Begründung in Betracht gezogen werden.

Beispiel:

Der einst abgeschlossene Tarif bietet benötigte Leistungen nicht und auch in anderen Tarifen des bestehenden Versicherers können diese Leistungen nicht versichert werden.

Sie sind noch jung und gesund.

Sie sind erst kurz beim aktuellen Versicherer versichert.


Zum Vorgehen

Formulieren Sie einen klaren Arbeitsauftrag und sehen sie nicht alleine eine Beitragsersparnis im Vordergrund. Definieren Sie im Vorfeld einer Beratung Ihre Leistungsanspruch. Was ist Ihr Ziel?

Hinterfragen Sie z.B. Empfehlungen:

Welche Tarife bietet der Versicherer in meiner Tarifgeneration?

Welche unterschiedlichen Leistungen bieten die jeweiligen Tarife?

In welchen Leistungsbereichen sehen die Tarifoptionen höhere /bzw. niedrigere Leistungen vor?

Welche SB Stufen werden in den jeweiligen Tarifen angeboten?

Wann wurden die anderen Tarife zuletzt angepasst?

Ist eine erneute Gesundheitsprüfung für Mehrleistungen notwendig?

Wie lange sind die angebotenen Tarife bereits auf dem Markt?

Wie setzt sich das Kollektiv der versicherten wahrscheinlich zusammen (Altersstruktur)?

Kann ich mich für eine Tarifwechselberatung an sie wenden?

Kunden, die ihre private Krankenversicherung über mich abgeschlossen haben, bzw. deren Vertrag ich betreue, erhalten Information und  Unterstützung beim Tarifwechsel. Ein gesondertes Honorar erhebe ich hierfür nicht.

Bei Interesse an Produkten zur Beitragsentlastung oder Leistungsverbesserung / Ergänzung können Sie mich gerne ansprechen.

Eine isolierte Rechtsberatung gegen Honorar zur  ausschließlichen „Tarifoptimierung“ biete ich aktuell nicht an!

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Es gibt Neuigkeiten zur bereits angekündigte Beihilfeänderung in Hessen.

Die Änderungen stehen nun fest, und treten auch schon zum 01.November 2015 in Kraft.

Neben Klarstellungen zur Heilpraktiker und Pflegeleistungen  ist der zentrale Punkt eine Änderung im Bereich der Kostenübernahme in der  stationären Versorgung.

Achtung: es gibt keinen Bestandsschutz / keine Besitzstandsregelung. Die Änderungen gelten für alle hessischen Beamtinnen und Beamte, auch für die, die zum Zeitpunkt der Änderung bereits verbeamtet waren!

Bisher hatten Beamte mit Beihilfeanspruch und berücksichtigungsfähige Angehörige im Krankenhaus einen Anspruch auf Erstattung der Kosten von Wahlleistungen. Hierzu gehörten sowohl die Kosten für privatärztliche Versorgung (z.B. Oberarzt / Chefarzt) als auch die Unterbringungskosten für das Zweibettzimmer.

Ab 01.11.2015  sind in Hessen nur noch die Kosten für Regelleistungen (Belegarzt/ Mehrbettzimmer) erstattungsfähig.

Will  die Beamtin/der Beamte für sich und berücksichtigungsfähige Angehörige weiterhin Wahlleistung in Anspruch nehmen, ist dies möglich, wobei einige Punkte zu beachten sind:

Es kostet Geld: Gegen Zahlung von 18,90€ mtl. wird der Anspruch auf Wahlleistungen im Krankenhaus wie bisher, auch künftig gewährt.  Der Beitrag wird (mit entsprechender Erklärung) von den Bezügen einbehalten.

Die Wahlleistungen müssen beim Dienstherren/Beihilfestelle beantragt werden.

Hierzu werden in den nächsten Tagen, alle Beamte angeschrieben und müssen dann innerhalb von 3 Monaten einen entsprechenden Antrag stellen. Eine Verlängerung der Frist auf 6 Monate gibt es nur in wenigen Fällen!

Wird die Frist versäumt, bzw. der Antrag nicht rechtzeitig gestellt, ist danach eine künftige Wahlleistungsvereinbarung nicht mehr (bzw. nur noch sehr eingeschränkt z.B. bei Statuswechsel) möglich.

Bei künftigen Neuverbeamtungen, gelten die Regelungen und Fristen ebenso.

Wer kein Schreiben erhält, sollte sich kurzfristig an seinen Dienstherren / seine Beihilfestelle wenden!

Der auch schon in der Vergangenheit bekannte Kürzungsbetrag von 16€ täglich während Krankenhausaufenthalten (Unterbringung im Zweibettzimmer), bleibt weiterhin bestehen. Tipp: Dieser sollte durch ein zusätzliches Krankenhaustagegeld im Rahmen des privaten Krankenversicherungsschutzes abgesichert sein, bzw. werden.

Wichtig: Die Änderung steht nicht im Zusammenhang mit steigenden Kosten durch Asylanten, wie mir gestern ein Pensionär telefonisch zu erklären versuchte. Es werden die bereits länger geplanten Maßnahmen in Verbindung mit der Umsetzung der Schuldenbremse (insg. ca. 500 Mio.) umgesetzt.

Auch die Aussage der GEW, (oder vielmehr des DGB) das man, je nach Beteiligung,  ca. 37 Mio. einnehmen würde und man somit weit über die angedachten 20 Mio. Sparvolumen hinausschießen würde, kann man kritisch hinterfragen. Zum einen ist zu beachten, dass durch die Umsetzung ein nicht unerheblicher Verwaltungsaufwand entsteht und zu anderen, dass sich freilich nicht jede hessische Beamtin/Beamter für die Wahlleistungen entscheiden wird. Bei 60%iger Beteiligung liegen die Einnahmen voraussichtlich bei ca. 23 Mio. Die tatsächliche Beteiligungsquote wird sich zeigen.

Natürlich steht wohl außer Frage, dass sich niemand über die Mehrkosten freut und ob die Umsetzung nun “richtig oder falsch” ist, möchte ich auch nicht bewerten (müssen). Letztendlich erscheint mir die nun durchgeführte Beihilfeänderung – und ich bin familiär selbst betroffen- in Anbetracht der angedachten Alternativlösungen (ich hatte hiervon berichtet) noch die kostengünstigste und sozialverträglichste Lösung zu sein.

Können Beamte die Wahlleistungen auch zu 100% über die PKV versichern?

Grundsätzlich ist auch diese Variante möglich, dürfte allerdings nach heutigem Ermessen in den meisten Fälle deutlich teurer sein, da zum einen für jede berücksichtigungsfähige Person ein eigener Tarif abgeschlossen werden müsste und natürlich auch individuelle „Risiken“ wie Alter und Gesundheitszustand zu berücksichtigen sind.

Im Einzelfall,  z.B. bei Fristversäumnis oder späterem Leistungswunsch kann eine private Versicherung  der Wahlleistungen die einzige Möglichkein sein und sollte dann geprüft werden. Hierzu muss ein entsprechender Antrag (ggf. mit Gesundheitsprüfung) gestellt werden.

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„ Aktien, Fonds, Beteiligungen, Gold, Immobilien…, alles zu riskant und Versicherungen sind zu teuer.“

„Banksparpläne bieten die besten Renditen, die Kosten nähmlich nichts und sind sicher“, so sicher wie die Renten?

Glauben Sie solche Aussagen, oder schlimmer noch, handeln Sie entsprechend?

Natürlich ist es sinnvoll und wichtig, Anlageprodukte, Renten und Lebensversicherungen kritisch zu hinterfragen und zu überlegen, wie man seine Vorsorge aufbauen kann.

Genauso sollte man aber auch mit den Aussagen der Kritiker hinterfragen denn auch die Kritiker haben Ihre Weisheit „nicht mit Löffeln gefressen“.

Jede Anlage birgt ein Risiko. Egal ob Immobilie, Gold, Anleihe oder Aktie  selbst beim Festgeld kann der Totalverlust drohen. Auch Versicherer sind letztendlich nur Dienstleister.

Gegner werden Sie indes bei jeder Anlageform finden.

Was bringt es einem, wenn man nie ein Produkt erwirbt und somit keinerlei Risiken eingeht? Nichts! Letztendlich steht man zur Rente mit leeren Händen da!

Immernhin kamen Versicherer wir Interrisk, oder WGV z.B. im 12 Jahresbereich in der Kapitallebensversicherung noch knapp an die 4% Marke, die DeBeKa lag mit 4,3% sogar noch darüber, wie jüngst  map-report in der Analyse der Ablaufrenditen 2003-2014 (Nr.873 / 2015) aufzeigte.

Neben bei bemerkt, was halten Sie von diesem Angebot/Hinweis?

Aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen deutsche Lebensversicherer zur sicherung gegebener Garantien große teile der Kundengelder in „sicheren“ festverzinslichen Wertpapieren / Anleien (Geldwerten) investieren. Die seit langem sinkenden Renditen sollten also kaum verwundern. In der aktuellen Marktlage muss man wohl kein Prophet sein um absehen zu können, dass die Ergebnisse von Anlagen die in „Geldwerte investieren“  bei anhanltend niedriger Zinslage keinen Aufwärtsschwung erleben werden.

Ich selber habe vor knapp 10 Jahren einen geschäftlichen Schwerpunkt in der Absicherung von biometrischen Risiken (also Versicherung von Menschen) in der Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung gesetzt.

Jüngste Auszahlungen aus selbst vermittelten Lebens- und Rentenversicherungen (man merkt dass man älter wird, wenn die ersten selbst vermittelten Lebensversicherungen fällig werden), stimmen mich aber zuversichersichtlich und ich halte es für wichtig, auch einmal positive Beispiele zu zeigen:

Auszug aus meinem eigenen Kundenbestand (laufende Verträge beim Versicherer Standard Life – Namen geändert):

Rendite Standard Life Harms Bestand

Hier noch ein konkretes Beispiel eines ausgezahlten Vertrages:

Rentenversicherungen sind nicht die einzige, aber eine wichtige Säule in der Vorsorge. Anders als Bankprodukte bieten Sie neben dem Anlagemantel die Möglichkeit, existentielle Risiken wir Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit, schwere Krankheiten oder den Todesfall abzusichern und machen so die Vorsorge planbarer.

Gleichwohl – diese Ergebnisse sind kein Freifahrtsschein und sollten auch nicht als Aufruf gesehen werden, seine ganze Vorsorge auf ein Produkt zu stützen.

Letztendlich kommt es auf die persönlichen Präferenzen, den Bedarf des Einzelnen und die Vertragsgestaltung an.

Grundlagenwissen  zur verantwortungsbewussten Vorsorgeplanung finden Sie unter dem Menüpunkt Altersvorsorge.

Anfrage zur Erstellung eines Angebotes

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Wie wichtig ist es, dass von der privaten Krankenversicherung auch Leistungen erstattet werden, die den Rahmen der Gebührenordnung der Ärzte überschreiten?

Viele private Krankenversicherer beschränken die Leistungen in Ihten Tarifen auf dern Umfang und die Höchstsätze der Gebührenordnung (3,5 facher Satz)  der Ärzte (GOÄ)

Häufig werden die Kostenrisiken, die sich hinter Leistungsbegrenzungen verbergen, ggf. aus auch Unkenntnis, unterschätzt.

Auch Finanztest schätzt die finanziellen Risiken wohl eher als gering ein und schrieb auch zuletzt im ausführlichen Test (Finanztest 05.2014 „Gesetzlich oder privat?“) zur privaten Krankenversicherung (Auszug):

„Mit diesen Leistungen sind Kunden auf der sicheren Seite“ ?

Betrachten wir im weiteren  einmal den Leistungspunkt der Honorare.

Orientiert man sich an der vorgenannten Empfehlungen, ohne zu wissen, worauf man sich einlässt, so kann dies erhebliche finanzielle Auswirkungen haben, wie der folgene Leistungsfall zeigt:

Ablehnung Leistung GoÄ Honorare PKV Auszug

Die Schlüsse sind klar:

  1. Es handelt sich in der PKV um privatrechtliche Verträge. Das bedeutet, dass die vertraglich zwischen den Parteien vereinbarten Leistungen, binden sind.
  2. Im betroffenen Versicherungstarif ist der Leistungsrahmen auf die Höchstsätze der Gebührenordnung und den dort genannten Umfang begrenzt. Es sind vertraglich weder Leistungen erstattungsfähig, die die Höhe der Höchstsätze in der genannten Gebührenordnung überschreiten noch solche, die in der Gebührenordnung nicht genannt sind.

Leistungsablehnung PKV GOÄ

Nun folgt ein Hinweis auf eine Kulanzleistung, diese aber auch nur mit entsprechender Begründung. Die grundsätzliche Leistungspflicht bzw. Abrechnungsweise der Ärztin wird hierdurch vom Versicherer nicht anerkannt.

Als nächstes nochmals der klare Hinweis, dass die durchgeführte Behandlung nicht in der GOÄ enthalten ist.


Die GOÄ besteht schon seit den 80iger Jahren und wurde seither immer nur punktuell angepasst wurde. Viele Ärzte beklagen dies schon seit langem und fordern immer wieder eine weitreichende Überarbeitung. Ob oder wann dies geschehen wird ist offen.

Dies zeigt auch noch ein weiteres Problem, nämlich dass der Zeitverschiebung zwischen innovation bzw. medizinischem Fortschritt und deren Annerkennung im Bereich der Leistungserstattung (GoÄ).

Was wurde den bisher im beschrieben Fall berücksichtig?


Vom Gesamtrechnungsbetrag 14.084,16€, wurden also 4.559,60 € berücksichtigt.

9.524,56€ wurden folglich abgelehnt!

Im vorliegenden Fall ist allerdings noch etwas besonderes zu beachten, da es sich hier um einen Versicherungsnehmer mit Beihilfeanspruch (50%) handelt. Der Anteil der PKV liegt hier also bei 7.042.08€ und ebenso hat sich entsprechend der Erstattungsbetrag auf 2.279,80€ reduziert.

Der Betrag, der selber zu entrichten ist, beläuft sich also hier konktet auf 4.762,28€, immernoch eine stattliche Summe, zumal auch die Beihilfe lt. Aussage des Betroffenen die Kosten ebenfalls nicht voll übernommen hat.

Hier der gesamte Inhalt des Schreibens

Nun kann man sich sicherlich über einen solchen Fall echauffieren und der „bösen PKV“ den schwarzen Peter zuschieben. Damit würde man es sich sehr einfach machen, aber dies wäre nicht korrekt.

Grundlegende Fehler kann ich seitens der PKV im vorliegenden Fall nicht erkennen, denn zunächst hält man sich nur an die vertraglichen Vereinbarungen.

Sicherlich ist  erst einmal die Frage zu stellen, ob im vorliegenden Fall tatsächlich die Ärztin eine inakzeptable Abrechnung erstellt und/oder ggf. den Patienten nicht umfassend über die möglichen finanziellen Folgen der Behandlung aufgeklärt hat.

Wäre der Versicherte in der GKV besser aufgehoben gewesen?

Nun, es gibt ja immer wieder Protagonisten die sich in der Öffentlichkeit positionieren und mit rudimentärem Wissen um unser Gesundheitssystem und insbesondere die private Krankenversicherung  unqualifizierte Bermerkungen über den Äther krähen.

In diesem Fall, mit Kenntnis  der Gesamtsituation, kann man die Frage klar verneinen!

Aber auch im Allgemeinen ist eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung, nicht zwangsläfig eine nachhaltig, sichere Lösung. Sie wissen z.B. bezoge auf diesen Fall nicht, ob die hier beschriebene Leistung übernommen werden würde (Achtung, die GKV orientiert sich nicht an der Gebührenordnung der Ärzte GOÄ, sondern dem EBM -einheitlichen Bewertungsmaßstab). Grundsätzlich würde hier zwar der Dissens im Nachgang zwischen Arztin, Kasse/KV und GKV abspielen können, wenn die Behandlung den beim GKV-Patienten überhaupt durchgeführt worden wäre.

Ggf. würde man aber als Patient von einer solchen Behandlungsmöglichkeit erst garnichts erfahren, wenn der Behandler eine solche Behandlungsmethode, möglicherweise mit dem Wissen, dass diese Ihm nicht vergütet wird, erst garnicht vorstellt.

Ebenso ist unsicher, welche Leistungen auch in Zukunft noch seitens der gesetzlichen Krankenversicherung erstatungsfähig sein werden, denn die Leistungen der GKV richten sich nach dem SGB V (auch hier besteht das Wirtschaftlichkeitsgebot siehe §12 SGB V) und die Leistungen der GKV können sich künftig ändern.

Die GKV offenbart bei genauerem hinsehen immense, dringend reformbedürftige Systemschwächen, aber das ist Thema für einen anderen Beitrag…

Welches Versicherungssystem für den einzelnen das geeignete ist kann immer nur eine Einzelfallprüfung zeigen.

Der Fall offenbart etwas anderes, nämlich…

…wie  wichtig es ist, sich vor der Wahl des Krankenversicherungssystems und ggf.  einem Vertragsabschluss mit den Inhalten und Regularien der Krankenversicherung auseinander zu setzen. Grundsätzlich ist nicht gesagt, dass ein Vertrag mit Leistungsbegrenzungen inakzeptabel ist. Man sollte aber Leistungseinschränkungen als Versicherter aber kennen, um entsprechend handeln zu können, entweder mit dem Bewusstsein, das man ggf. Anteile von Rechnungen selber tragen muss oder um im Vorfeld einer Behandlung mit Arzt und Versicherer den Leistungsrahmen abstimmen zu können.

Ist es sinnvoll, in jungen Jahren, beispielsweise während dem Studium, dem Referendariat, der Zeit als Beamtenanwärter erst einmal eine billigere Versicherung mit eingeschränkten Leistungen auswählen und später in einen umfassenderen Tarif wechseln?

Das wäre aus mehreren Gründen ein riskanter Plan:

  1. Falls eine Krankheit während der Zeit im „Billigtarif“ eintritt, und eine ggf. nicht erstattungsfähige Behandlung aus eigenem Vermögen zahlten wäre, droht ggf. schon im frühen Alter der finanzielle „Kollaps“.
  2. Da bei einem späteren Versichererwechsel erneut eine Gesundheitsprüfung notwendig wird, erhalten Sie  bei zwischenzeitlich hinzugekommenen Krankheiten ggf. keinen neuen Vertrag mehr und hängen dann (vielleicht lebenslang) in einem unzureichenden Tarif.
  3. Falls bereits Alterungsrückstellungen gebildet wurde verlieren Sie diese größtenteils  bei einem Versichererwechsel; in der Regel ist nur ein kleiner Teil der Alterungsrückstellungen übertragungsfähig
  4. Falls ein Versicherer Tarife mit unterschiedlichem Leistungsumfang anbietet und bei Vertragsbeginn eine Höherversicherungsoption ohne erneute Gesundheitsprüfung angeboten wird, könnte man sich den Einstieg im „billigeren Tarif“ überlegen. Das Szenarion einer schweren Erkranung mit hohen Kosten und einer hohen Eigenbeteiligung in jungen Jahren wird hierdurch allerdings auch nicht gelöst.

Je weniger Vermögen Sie bestizen, um so umfangreicher müssen Sie sich versichern, um im Schadenfall Ihre finanzielle Existenz nicht zu gefährden, oder wie John Ruskin (im “Gesetz der Wirtschaft”)  vor über 80 Jahren es formulierte:

“Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen.

Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen.”

John Ruskin (1819-1900)

Worauf ist zu achten, wenn man bereits in einem Tarif mit Leistungseinschränkungen versichert ist?

Hier kann es mehrere Handlungsempfehlungen geben:

  1. Prüfen Sie, wie umfassend die Leistungseinschränkungen sind, in wie weit finanzielle Risiken drohen, und ob Sie sich diese Risiken leisten wollen und können.
  2. Prüfen Sie, ob bei Ihrem Versicherer ggf. umfangreichere Tarife vorhanden sind, die Ihren Ansprüchen genügen und in die Sie wechseln können.  (ggf. beinhaltet Ihr Vertrag sogar eine Höherversicherungsoption)
  3. Wenn Sie gesund sind, Ihr Versicherungvertrag für Sie inakzeptable Lücken enthält und eine Besserversorgung bei Ihrem Versicherer nicht möglich ist, kommt ggf. auch ein Versicherervechsel in Betracht. Hierbei sollten Sie aber bedenken, dass neben vielleicht besseren Leistungen bei meuen Anbieter durch einen Wechsel auch nachteile entstehen können, wie beispielsweise der Verlust von bereits erworbenen Ansprüchen. Ein solcher Schritt sollte immer gut überlegt und nur unter fachkundiger Beratung und Begleitung angegangen werden.

Resümee:

Achten Sie möglichst vor Abschluss eines Vertrages auf einen umfassenden Versicherungsschutz.

Bezogen auf den Abrechnungsumfang haben umfassende  Tarife keine Leistungsbegrenzungen auf den Rahmen der GoÄ / deren Umfang und Begrenzungen auf die Höhe der Erstattungen (Regelsätze, Schwellenwerte oder Höchstbeträge).

Beamte bzw. Beihilfeberechtigte und deren berücksichtigungsfähige Angehörige sollten zudem darauf achten, dass der Beihilfeergänzungstarif, ein Tarif der ggf. für Leistungsbeschränkungen der Beihilfe Kosten erstattet, auch Leistungen ambulante Behandlungen  oder Wahlleistungen vorsieht, falls diese ggf. nicht von der Beihlfe erfasst sind. Solche Leistungen sollten explizit im Tarif genannt sein.

Außerdem kann es wichtig sein, dass sich im Ergänzungstarif nicht auf „beihilfefähige Leistungen“ beschränkt wird. (Ziel ist es ja gerade auch, aus dem Ergänzungstarif die nicht beihilfefähigen Kosten erstattet zu bekommen.

Ob ein Tarif Ihnen eine Leistungslimitierung auf den Umfang und oder die Höstsätze der GOÄ / GOZ enthält ist nicht das einzige Enscheidungskriterium. Unter Beachtung der Gesamtleistungen müssen Sie abwägen, was Ihren wichtig ist und wie Sie ggf. mit Leistungsbeschränkungen umgehen

Anhand des Kriterienfragebogens können Sie sich einen ersten Überblick zu verschiedenen Leistungskriterien verschaffen und sich ein persönliches Leistungsprofil zusammenstellen.

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Zum  01.01.2015 ist die Beihilfeverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen -BVO NRW- geändert worden. Die Änderungen gelten für Aufwendungen, die nach dem 31.12.2014 entstanden sind bzw. künftig entstehen.

Bei den Änderungen handelt es sich auch um Leistungsverbesserungen im Bereich der zahntechnischen Leistungen (Zahnersatz)

Für zahntechnische Leistungen bei der Versorgung mit Zahnersatz, Zahnkronen und Suprakonstruktionen ist der Beihilfefähige Anteil von 60% um 10 auf 70% erhöht worden.

Das sich durch die Erhöhung der Beihilfeleistungen aber die Beiträge zur privaten Krankenversicherung deutlich verringern ist nicht zu erwarten, dazu sind die Erweiterungen wahrscheinlich zu niedrig.

Erfreulich sind die Leistungsverbesserungen für Beamte auf Wiederruf / Beamtenanwärter und ihre berücksichtigungsfähigen Angehörigen.

Hier wurde der teilweise Beihilfeausschluss

von Aufwendungen für

• Zahnersatz,

• Einlagefüllungen (Inlays),

• Zahnkronen,

• funktionsanalytische und funktionstherapeutische Leistungen sowie implantologische Leistungen

aufgehoben und somit können für  vorgenannten Aufwendungen nunmehr Beihilfen beantragt werden.

Auch im Bereich der Pflegeleistungen gibt es einige Änderungen:

http://www.lbv.nrw.de/beihilfeberechtigte/info_bvo_aenderungen_2015.pdf

Achtung: Gerade Beamtenanfänger sollten die Angebote der privaten Krankenversicherer besonders sorgsam unter die Lupe nehmen.

Viele Billigangebote sind Lockangebote! Der Leistungsumfang in Ausbildungstarifen ist häufig eingeschränkt und mit Tarifen die  Beamte auf Probe oder Lebenszeit erhalten nicht immer vergleichbar.

Da ein Versichererwechsel nach der Ausbildung / Anwärterzeit, beispielsweise wegen eingetretener Krankheiten, nicht mehr ohne weiteres möglich ist, sollten Beamtenanwärter auch immer den Tarif prüfen, der nach der Anwärterzeit bei einer Verbeamtung auf Probe oder Lebenszeit voraussichtlich angeboten wird und sich von Beginn an für einen vernünftigen und umfassenden Schutz entscheiden.

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Neuer Beitrag: Achtung:  Beihilfeänderung in Hessen tritt zum 01.11.2015 in Kraft!

Bereits 2011/2012 standen Änderungen der hessischen Beihilfe oben auf der Liste der Landesregierung. Ich hatte hierüber in mehreren Beiträgen berichtet.

Neues zur Beihilfeänderung in Hessen ab 2012

Keine Änderung der hessischen Beihilfe in 2012

Damals wurden die geplanten Beihilfeänderungen nach starker Gegenwehr, auch aus den Reihen der Gewerkschaften, nicht umgesetzt.

Nun steht das Thema Beihilfekürzung wieder auf der Tagesordnung.

Hessen will sparen und Hessen muss sparen. 20 Mio. € sollen bei der Beihilfe mit Leistungskürzungen eingespart werden, um auch die Vorgaben der „Schuldenbremse“ zu erfüllen.

Etwas verwundert nehme ich dieses Mal deutlich weniger Widerstand aus den Reihen der Beamten / Beamtenvertreter wahr, als noch vor 3 ½  Jahren.

Ein zentraler Punkt der  jüngsten Planungen ist die Streichung der stationären Wahlleistungen.

Vordergründig erscheint dies Maßnahme durchaus einleuchtend, gerecht und ist „politisch sicherlich gut zu verkaufen“

Warum auch sollten Beamte bessere Leistungen erhalten als gesetzlich Versicherte?   8 der anderen 15 Bundesländer bieten ihren Beamten im stationären Bereich ja auch nur die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch V. Da muss man als Land Hessen doch nicht auch noch die Sportwagen der Chefärzte bezahlen…

So plausibel dies alles klingen mag, die Sache hat einen „Pferdefuß“, aber der Reihe nach:

Unterschiede zwischen Regel- und  Wahlleistungen?

Der Begriff „Regelleistungen“ beschreibt  die medizinisch notwendige stationäre „Grundversorgung“ analog dem Umfang der Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in zugelassenen Krankenhäusern (s. SGB V §39 ff)

„Wahlleistungen“ sind über die Regelleistungen hinausgehende, besondere Leistungen im Rahmen einer stationären Behandlung und Unterbringung. Hierzu zählen beispielsweise Behandlungen durch Spezialisten (bspw. Chefarzt) oder Unterbringung im Zwei- bzw. Einbettzimmer.

Ein Wahlleistungsanspruch kann auch in Verbindung mit der Wahl von bestimmten Krankenhäusern (z.B. Spezialkliniken oder Privatkliniken / ggf. auch ohne „Kassenzulassung“) oder Art / Umfang der Behandlungsmaßnahmen und Erstattung der jeweils entstehenden Kosten von erheblicher Bedeutung sein.

Wen betreffen die Kürzungen?

Nach den aktuell diskutierten Entwürfen würden die Kürzungen sowohl heutige als auch künftige aktive Beamte, Versorgungsempfänger und auch beihilfeberechtigte Angehörige (Ehegatten und Kinder) betreffen.  Eine „Besitzstands- oder Übergangsregelung“ ist, soweit mir bekannt, nicht geplant.

Eine fehlende „Besitzstandregelung“, die den aktuellen Beamten den heutigen Anspruch sichert, ist zugleich mein größter Kritikpunkt an der geplanten Reform, denn ohne diese werden viele Beamte vielleicht schon bald vor der Situation stehen, dass Sie sich eine umfassende stationäre Versorgung kaum noch leisten können.

Leidtragende der aktuellen „Reformpläne“:

Größere Sorgen könnte die Kürzung die älteren, finanziell leistungsschwächeren Beihilfeberechtigten bereiten. Entweder müsste bei Reduzierung des Schutzes auf Regelleistungen eine gravierende Schlechterstellung in der Versorgung in Kauf genommen werden, oder es müsste, bei Hinzuversicherung der entfallenden Wahlleistungen, mit  deutlichen Mehrbeiträgen auf Seiten der eigenen privaten Krankenversicherung gerechnet werden.

Warum sind die Mehrbeiträge gerade für Ältere höher?

Vereinfacht dargestellt:  In der privaten Krankenversicherung werden Teile des Krankenversicherungsbeitrages als „Rücklagen“ verwendet, um Krankheitskosten (auch im Alter) auszugleichen. Solche Rückstellungen wirken sich direkt auf die Beiträge aus.  Je früher mit der Rücklagenbildung begonnen wird, desto niedriger kann auch der zur „Beitragsstabilisierung“ aufzuwendende Beitragsanteil kalkuliert werden. Verträge sollten so kalkuliert sein, dass der Beitrag während der gesamten Vertragsdauer möglichst konstant bleibt. (Hinweis zur Beitragssteigerungen in der PKV)

Ein bei Vertragsabschluss 30 jähriger bliebe vereinfacht gesagt, kalkulatorisch immer 30.

Beispiel für die Auswirkung von „Rücklagen“ auf den Versicherungsbeitrag

Ein alter Mensch, der Versicherungsleistungen in der PKV neu hinzuversichert, zwangsläufig für diese bisher keine Rücklagen bilden konnte,  muss  quasi die potentiellen Kosten „unmittelbar“ durch Beitrag decken, und das im Alter -  der „teuersten Phase des Lebens“.

Hinzu kommt, dass hessische Beamte  als Versorgungsempfänger einen erhöhten Beihilfeanspruch erhalten. Je nach Familiensituation kann dieser beim Versorgungsempfänger im stationären Bereich zwischen 75% und 85% liegen. Entsprechend hoch wäre also auch der neu zu versichernde Teil der Wahlleistungen.

Auch die Reduzierung auf Regelleistungen, auf welche nebenbei bemerkt auch  Beamte heute schon umstellen könnte – es zwingt einen ja niemand, sich umfassender behandeln zu lassen- birgt ggf. für ältere Menschen ein Problem. Möglicher Weise bestehen z.B. besondere, langfristig gewachsene Arzt–Patientenbeziehungen oder laufende Behandlungsmaßnahmen würden nicht mehr in gleichem Umfang erstattungsfähig sein.

Leidtragende wären auch und chronisch kranke Menschen, die vor 2005 verbeamtet wurden (und noch nicht privat versichert sind) oder jene, die künftig verbeamtet werden.

Für diese Menschen gibt es ein besonderes Zugangsrecht in die private Krankenversicherung, die so genannte „Öffnungsaktion“.

Bei Beitritten in die PKV im Rahmen der Öffnungsaktion besteht für Versicherer ein „Kontrahierungszwang“, d.h. er muss auch Beamte aufnehmen (mit einem limitierten Zuschlag von 30%), die er bei „normaler Antragstellung“ aus gesundheitlichen Gründen nicht versichern würde. Dabei muss der Versicherungsschutz den der Beamte/die Beamtin erhält dem Grunde nach dem Leistungsumfang der Beihilfe entsprechen. Bietet die Beihilfe Wahlleistungen, so kann der Beamte diese bei der PKV über die „Öffnungsaktion“ ebenso versichern – bietet die Beihilfe nur Regelleistungen, so muss auch die private Krankenversicherung nur Versicherungsschutz im Rahmen der Regelleistungen anbieten. Solche Kranken haben also künftig auch in Hessen keine Chance mehr, die Kosten für Wahlleistungen abzusichern.

Zu den Verlierern kann man aber auch gesetzlich Versicherte zählen. Da die Beihilfekosten im Bereich der Wahlleistungen nicht mehr übernommen würden und sich nicht alle Beihilfeberechtigten die Höherversicherung leisten können (wollen), ist die Annahme, dass Krankenhäuser und leitende Ärzte einen Rückgang von Einnahmen haben werden, nahe liegend. Wer ist wohl Leidtragender der sinkenden Krankenhauseinnahmen? (jährlich über 20.000.000,–€?)

Welche Mehrkosten könnten auf die Beihilfeberechtigten zukommen?

Die Mehrbeiträge, die bei privater Hinzuversicherung der wegfallenden Wahlleistungen entstehen müssen jeweils individuell berechnet werden.  Eine pauschale Berechnung ist aufgrund unterschiedlicher Vorgaben wie beispielsweise Ihrem Alter, ggf. bestehender Risikozuschläge oder auch die Höhe des jeweiligen Beihilfeanspruches, nicht möglich.

So könnte es ausgehen---

So könnte es ausgehen...

Meine Probeberechnungen verschiedener Altersstufen ergaben meist Mehrbeiträge zwischen 0,50€  und 1,50€ pro Lebensjahr, aber auch „Beitragsspitzen“ von über 2€ pro Lebensjahr.

Für genauere, persönliche Berechnungen sollten Sie Ihren Krankenversicherer anfragen. Hier ein Musteranschreiben.

Wer eine Verschlechterung seiner Versorgung im Krankheitsfall in Kauf nimmt und seinen Versicherungsschutz in der privaten Krankenversicherung auf Regeleistungen reduziert, kann seinen Beitrag senken. Die hierbei erzielbare Ersparnis wird aber vermutlich deutlich geringer ausfallen, als in der vorher beispielhaft aufgeführten Berechnung der Hinzuversicherung.

Dies hängt unter anderem mit dem Verhältnis der „Wahlleistungsverteilung“ zwischen Beihilfe und PKV zusammen.

Damit hessische Beamte, die vor einem Wechsel in die PKV stehen Planungssicherheit haben, führe ich ab 18.02.2015 im Rahmen der Versicherungsvermittlung über mein Büro auch alternative  Beitragsberechnungen durch, welche die möglichen Beihilfeänderungen im stationären Bereich berücksichtigen.

Ab wann könnte die Änderung umgesetzt werden?

5 vor 12 für hessische Wahlleistungsbeihilfe

Derzeit laufen die Gespräche im Beteiligungsverfahren. Mit einer endgültigen Entscheidung im Kabinett ist wohl nicht vor Mitte März zu rechnen. Davon ausgehend, dass eine entsprechende Änderung im März verabschiedet würde und dass auch für die Umsetzung einige Zeit benötigt wird, könne eine Umsetzung zum Sommer 2015 realistisch sein.

Kann der Versicherungsschutz ohne erneute Risikoprüfung angepasst werden?

Das wird für viele Betroffene eine sehr wichtige Frage, die derzeit noch nicht sicher beantwortet werden kann.

Im § 199 (2) VVG steht:

(2) Ändert sich bei einer versicherten Person mit Anspruch auf Beihilfe nach den Grundsätzen des öffentlichen Dienstes der Beihilfebemessungssatz oder entfällt der Beihilfeanspruch, hat der Versicherungsnehmer Anspruch darauf, dass der Versicherer den Versicherungsschutz im Rahmen der bestehenden Krankheitskostentarife so anpasst, dass dadurch der veränderte Beihilfebemessungssatz oder der weggefallene Beihilfeanspruch ausgeglichen wird. Wird der Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der Änderung gestellt, hat der Versicherer den angepassten Versicherungsschutz ohne Risikoprüfung oder Wartezeiten zu gewähren.

Nun stellt sich die Frage ob die Regelung auch in diesem Fall Anwendung finden könnte, denn dem Grunde nach ändert sich ja bei den betroffenen nicht der Bemessungssatz und es entfällt ja auch nur ein Teil des Beihilfeanspruches.

Hierzu habe ich Versicherer angeschrieben und um Stellungnahme gebeten – die Antworten werde ich nach Eingang veröffentlichen.

Profitiert Hessen von der Kürzung?

Vordergründig profitiert das Land Hessen durch die Einsparungen der Leistungsausgaben. In  welchem Umfang sich diese Kostenumverteilung auf die finanzielle Leistungsfähigkeit der betroffenen Beihilfeberechtigten, beziehungsweise die der Krankenhäuser und letztendlich auch die Versorgungssituation aller Patienten negativ auswirken,  bleibt abzuwarten.

Gäbe es Alternativen?

Die gäbe es sicherlich. Hier einige Beispiele

(z.T. 2011/2012 in Beihilfereform bereits angedacht):

1) Wahlleistungserklärung und Zuzahlung durch Besoldungseinbehalt

Nehmen wir als Beispiel die Länder Rheinland Pfalz und Baden Württemberg. Bezogen auf die Wahlleistungen besteht hier die Regelung, dass sich Beamte bei Verbeamtung (ggf. incl. Angehörige) gegen Zahlung eines Betrages für Wahlleistungen entscheiden können. In Rheinland Pfalz sind dies aktuell 26€ monatlich und in Baden Württemberg 22€.

2) Umstellung auf personenbezogene Beihilfesätze

Außer in Hessen und Bremen gelten in allen anderen Bundesländern (einschließlich Bund) personenbezogene Bemessungssätze. Die Bemessungssätze für berechtigte Angehörige, Versorgungsempfänger und Beamte mit 2 berücksichtigungsfähigen Kindern liegen dort bei 70% (Ausnahme Beamte in BW seit 2014 – 50%), die Kinder erhalten 80% Beihilfe. Kinder und Versorgungsempfänger zahlen hier häufig geringere Beiträge für Ihre PKV in Hessen.

3) Beihilfeänderungen / Kürzungen in Teilbereichen

Eine andere Alternative wäre es, Beihilfeleistungen in Bereichen zu kürzen, die in der PKV zu geringeren Beiträgen hinzuversichert werden könnten wie z.B. im Bereich der Zahnersatzleistungen.

4) Einkommensabhängige Selbstbehalte

In einigen Bundesländern wurden in der Vergangenheit „Kostendämpfungspauschalen“ eingeführt. Die Höhe der zu leistenden Eigenbeteiligung bei den Krankheitskosten ist hierbei an das Einkommen gekoppelt.

5) Streichung von Wahlleistungen

Dem Grunde kann auch eine Kürzung im Wahlleistungsbereich  als Maßnahme zur Kostensenkung angedacht werden. Eine solche sollte aber nur für künftige Neuverbeamtungen gelten, also mit einer „Besitzstandwahrung“. In diesem Falle könnten sich Jungbeamte auf die Situation frühzeitig einstellen und „Altgediente“ müssen nicht um eine Verschlechterung Ihrer Versorgungssituation fürchten.

Mit einer geschickten Beihilfepolitik kann es sicherlich sozialverträglichere Einsparungen geben, als die jetzt drohenden. Allerdings ist zu konstatieren, dass sich die volle Wirksamkeit  der beschriebenen Beihilfeänderungen wohl erst nach einigen Jahren entfalten würde.

Was müssen hessische Beamte beachten?

Noch ist die Beihilfeänderung nicht beschlossen und daher gibt es hinsichtlich möglicher Vertragsänderungen auch noch keine konkreten Handlungsempfehlungen.

Es ist sicherlich sinnvoll, sich frühzeitig zu informieren und die eigene Versorgungssituation zu hinterfragen und zu planen.

Nutzen Sie die Gelegenheit daher um Ihren Versicherungsschutz grundlegend zu überprüfen.

Beispielfragen:

Ergeben Beihilfe und PKV-Tarife zusammen 100% Leistungsanspruch?

Besteht ausreichender Schutz im Falle einer Pflegebedürftigkeit?

In welcher Höhe ist das Krankenhaustagegeld abgesichert?

Wie hoch ist der abgesicherte Kurleistungsanspruch?

Ist Rücktransport bei Auslandsreisen (keine Beihilfeleistung) im Versicherungsvertrag enthalten?

Ist der Bereich der Alternativmedizin abgesichert (falls gewünscht)?

Ist mein Tarif noch „aktuell“ ,bzw. bietet mein Versicherer Alternativen?

Haben Sie Fragen?

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Nachdem über Jahre in einigen Ländern die Zahl der Verbeamtungen rückläufig war, ist nun wieder eine Kehrtwende spürbar.

Um beispielsweise dem Lehrer- und Lehrerinnenmangel entgegen zu treten, macht Mecklenburg-Vorpommern seine Stellenangebote durch Verbeamtungen attraktiver. Bereits ab August diesen Jahres werden viele Lehrerinnen und Lehrern verbeamtet und erlangen mit dem Beamtenstatus auch einen Anspruch auf Beihilfen bei Ihren Krankheitskosten.

Mit diesem Beamtenprivileg kommt auf  Beamte  aber auch eine neue Aufgabe hinzu: die Wahl einer geeigneten privaten Krankenversicherung.

Vielfach erscheint die Wahl recht einfach, denn einige private Versicherer werben mit „maßgeschneidertem Schutz für Beamte“ oder „100% Versicherungsschutz für Beamte“.

Was dabei häufig übersehen wird ist, dass 100% Schutz nicht mit 100% Kostenerstattung gleichzusetzen ist.

Wo liegt das Problem?

Zunächst muss man sich verdeutlichen, dass für Beamte und ggf. Angehörige zwar ein Anspruch auf Beihilfe besteht, die Beihilfen jedoch immer nur einen Teil der Krankheitskosten abdecken. Im Regelfall handelt es sich um folgende Beihilfesätze.

Beispiel Beihilfesätze Mecklenburg-Vorpommern (personenbezogene Beihilfesätze)

50% für Beamte
70% für Beihilfeberechtigte Ehegatten / Lebenspartner
(Einkommensgrenze bezogen auf letzte Kj. 17.000,–€)
80% für Beihilfeberechtigte Kinder
70% für Beamte ab 2. Kind
70% für Versorgungsempfänger

Die jeweilige Differenz ist über eine private Krankenversicherung zu ergänzen.

Richtig ist also , dass bis zu 100% Kostendeckung möglich sind – allerdings nur im Rahmen der durch die Beihilfe und/oder PKV erstattungsfähigen Kosten. Dabei ist „erstattungsfähig“ nicht gleichzusetzen mit „allen entstehenden Kosten“.

Erstattungsfähig sind nämlich nur Leistungen, die z.B. in der Beihilfeverordnung oder in den Bedingungen des gewählten privaten Krankenversicherungstarifs auch genannt, bzw. nicht ausgeschlossen sind. Sowohl seitens der Beihilfe, als auch der PKV kann es Bereiche geben, für die keine bzw. nur eine begrenzte Kostenerstattung vorgesehen ist, oder in denen Zuzahlungen zu leisten sind.

Um bestehende Lücken in der Beihilfe zu schließen bieten die meisten privaten Krankenversicherer sogenannte Beihilfeergänzungstarife an. Diese schließen aber auch nicht generell alle Lücken der Beihilfe, sondern nur Bestimmte, die bedingungsgemäß auch genannt sind.

Ebenso können im PKV Tarif Lücken bestehen, die nicht „gefüllt“ werden können.  Wer bei der Vorauswahl Fehler macht, zahlt hierfür im schlimmsten Fall ein leben Lang drauf.

Ein weitere zu beachtende Aspekte sind ggf. bestehende Lücken, die sowohl in der Beihilfe, als auch in der PKV bestehen können und ggf. nur durch „Zusatztarife“ oder Optionen zu schließen sind. Hier kommt es darauf an, ob solche Zusatzbausteine abschließbar sind bzw. welche Leistungen diese tatsächlich enthalten.

Das nachfolgende Schaubild verdeutlicht schematisch das Zusammenspiel von Beihilfe, PKV- Tarifen und möglichen Versicherungslücken:

Besondere Brisanz kommt dem Beihilfeergänzungstarif zu, wenn man sich vor Augen führt, dass Leistungen der Beihilfe künftig auch reduziert / gekürzt werden könnten. Wenn ein ergänzender Versicherungsschutz dann nicht so flexibel aufgebaut ist, dass er auch künftige potentiell entstehende Lücken schließt (z.B. im Bereich der ambulanten Behandlungskosten) gehen Beamte mit einer leichtfertigen Unterschrift ggf. auch  erhebliche Kostenrisiken ein, die heute noch nicht beziffert werden können.

Ist es nicht merkwürdig, dass Verbrauchern in Tests, Ratings oder durch Vermittler suggeriert wird, dass ein umfassender Schutz billig zu haben ist?

Gehen wir einmal davon aus, dass die durchschnittlichen Krankheitskosten je Person bei den unterschiedlichen Versicherern ähneln, so müsste gleiches für die Versicherungsbeiträge gelten, doch die Beiträge sind häufig sehr unterschiedlich.

Die Gründe für sind vielfältig. Zu den Hauptgründen zählen entweder eine Begrenzung der Leistungen (wer weniger zahlt, kann auch weniger Beitrag verlangen) oder/und eine Fehlsteuerung in der Kalkulation (wer z.B. weniger Geld für „Kosten im Alter“ zurücklegt, oder „zu billig versichert“, kann zu Beginn niedrigere Beiträge anbieten).

Beide beschriebenen Szenerien bergen Kostenrisiken für den Verbraucher; entweder durch ggf. hohe Eigenleistungen oder z.B. stark steigende Beiträge.

Wäre es da nicht sinnvoller, etwas mehr Geld für den Versicherungsschutz auszugeben, und das Risiko möglicher Kosten und Beitragssteigerungen zu reduzieren?.

Beispiel für einen umfassenden Versicherungsschutz:

Worauf sollten Lehrer achten, wenn sie nun als Beamte einen Beihilfeanspruch erhalten und sich ergänzend privat versichern können?

Bevor Sie anfangen Versicherungsangebote zu vergleichen sollten Sie sich im Klaren darüber sein, welche Bereiche es überhaupt gibt, in denen Kosten entstehen könnten, und wo Ihnen ein Versicherungsschutz wichtig ist.

Der Kriterienfragebogen für Beihilfeberechtigte hilft Ihnen, sich einen Überblick über mögliche Vertragsinhalte zu verschaffen und Ihr persönliches „Anforderungsprofil“ zusammenzustellen.

Bei der Versicherersuche dient der Fragebogen für Beihilfeberechtigte Ihnen und mir als Gesprächs- und Beratungsgrundlage und  ergänzendes Auswahlkriterium bei der Suche nach einem passenden Tarif.

Allerdings ist mit der Auswahl eines geeigneten Tarifs Ihre Arbeit noch nicht vorbei, denn Sie wissen ja nicht, ob der erwählte Versicherer, Ihnen den Schutz auch anbieten wird.

Ob Sie den Versicherungsschutz den Sie wünschen auch erhalten können, hängt letztendlich auch von Ihrem Gesundheitszustand / Ihrer Krankengeschichte und persönlichen Situation ab, denn in der privaten Krankenversicherung kalkulieren Versicherer den Versicherungsschutz auch anhand der voraussichtlich im Versichertenleben entstehenden Krankheitskosten.

Dabei prüft ein Versicherer auch, ob bestehende Krankheiten statistisch zu einem erhöhten Kostenrisiko führen können. Ist dem so, wird der Versicherer Zuschläge verlangen, Ausschlüsse anbieten, oder ggf. einen Vertragsschluss sogar ablehnen.

Eine „Risikoeinschätzung“ fällt bei Versicherern häufig sehr unterschiedlich aus, Nicht selten bieten ein Versicherer Versicherungsschutz ohne Erschwernisse an, während ein anderer vom Kunden hohe Zuschläge verlangt oder gar eine Ablehnung ausspricht.

Damit Sie sich hier nicht auf Ihr Glück verlassen müssen, sozusagen zufällig einen günstigen Vertrag zu erhalten, bieten wir an, Konditionen schon vor einer möglichen Antragstellung bei den in Frage kommenden Versicherern zu prüfen.

Hierfür werden Gesundheitsangaben und Angaben zu Krankengeschichte benötigt.

Mit Ihren Angaben können wir (bei Bedarf anonym) prüfen, zu welchen Konditionen Sie versichert werden können, so dass Sie bei Antragstellung nicht befürchten müssen, dass der Versicherer Sie ablehnt.

Die Gesundheitsfragen, die Versicherer in Ihren Anträgen unterscheiden sich sowohl hinsichtlich des abgefragten Zeitraums als auch der Art Fragestellung.

Damit wir die Auswahl der in Frage kommenden Versicherer nicht zu stark begrenzen, haben wir für Sie als Vorlage einen Gesundheitsfragebogen erstellt der den Abfragezeitraum und Umfang vieler Gesellschaften berücksichtig.

Sollten für die Einschätzung bei Versicherern weitere Informationen wie z.B. Atteste, Untersuchungs- oder Befundberichte nötig sein, können wir Sie frühzeitig informieren und somit den späteren Antragsprozess erheblich beschleunigen.

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Kommentar zum Finanztest Heft Mai/2014

Private Krankenversicherung im Test: 5 von 107 Tarifen sind sehr gut

„Privat versichern

Für wen lohnt sich die private Krankenversicherung

Die besten Tarife für Beamte, Arbeitnehmer und Selbstständige“

Wie schon im Test aus dem Jahr 2006 versteht es Finanztest auch im aktuellen Test zur privaten Krankenversicherung meines Erachtens nicht, den individuellen Bedürfnissen der Verbraucher Rechnung zu tragen.

Wäre es nicht im Verbraucherinteresse, den bestmöglichen Versicherungsschutz zu bestimmen, entsprechende Anbieter / Angebote herauszufiltern und anschließend zu analysieren, welcher Preis gerechtfertigt ist?

Die Überschrift suggeriert meines Erachtens, dies zu tun – der Test offenbart etwas ganz anderes.

Schuld ist unter anderem das Prüfschema.

Zunächst legt man die Messlatte für Leistungen niedrig an – dann gewinnt der Billigste.

Ist das so oder liege ich mit meiner Einschätzung falsch?

Betrachten wir den Test im Folgenden etwas intensiver.

Einer meiner persönlichen Beratungsschwerpunkte liegt im Bereich der beihilfeergänzenden Restkostenversicherung über die private Krankenversicherung. In meinem Kommentar setzte ich mich daher mit den Inhalten und Testergebnis für die Gruppe der Beamten auseinander.

Beamte gehen kein Risiko ein? Das sehe ich nicht so. Nicht für jeden Beamten ist ein Wechsel in die Private Krankenversicherung  die beste Lösung. Beamtenanfänger (Anwärter/auf Widerruf), Beamte in niedrigeren Besoldungsgruppen des einfachen- und Berufseinsteiger des mittleren Dienstes sollten genau prüfen ob und wann der Wechsel in die Private Krankenversicherung der richtige Schritt ist. Nicht nur, dass gerade Familien mit niedrigeren Einkommen zum Teil in der gesetzlichen Krankenversicherung niedrigere Beiträge zahlen als in der privaten Krankenversicherung, auch das Abrechnungssysthem (mit ggf. Vorleistung von Behandlungskosten) kann finanzielle Probleme bereiten.

Besonders bei Beamtenanwärtern, einer sehr begehrten Zielgruppe der PKV, können Kosten schnell die eigenen finanziellen Mittel übersteigen – wer hilft? Die Eltern?

Nebenbei bemerkt: Ehegatten können auch wenn Sie erwerbstätig sind einen Beihilfeanspruch haben. Ein Anspruch ist u.a. einkommensabhängig und individuell zu prüfen.

Modellkunde von Finanztest ist ein Bundesbeamter und so legt man für den Test auch die Beihilfesätze von Bundesbeamten zu Grunde.

2013 waren von ca. 1,9 Mio. Beamten ca. 370.000 als Bundesbeamte tätig (also knapp 20%).

Für Bundesbeamte stimmt nebenstehende  Annahme nur bezogen auf den Beihilfesatz.

Zur Schließung von Leistungslücken der Beihilfe müssen weitere Bereiche hinzu versichert werden .

Bei Beamten, für die andere Beihilfeverordnungen gelten, treffen die Aussagen schon nicht mehr zu. So erhalten beispielsweise Neuverbeamtete und deren berücksichtigungsfähige Ehegatten in Baden- Württemberg seit dem 01.01.2013 nun noch 50% Beihilfe (auch als Versorgungsempfänger/ Pensionäre).

Hessen und Bremen haben mit den „Familienbezogenen Beihilfesätzen“ ein völlig anderes „Bemessungssysthem“.

Will man Beamten mit einem Vergleich tatsächlich eine Entscheidungshilfe bieten, wäre im wesentlichen zunächst einmal eine Differenzierung zwischen den jeweils gültigen Beihilfeansprüchen nötig. Derzeit gibt es in Deutschland 17 zum Teil sehr unterschiedliche Beihilfeverordnungen.  Dabei unterscheiden sich die Ansprüche landesabhängig nicht nur hinsichtlich der Höhen der Beihilfesätze, auch der Umfang der Leistungen ist oft unterschiedlich.

Einige Länder beispielsweise  erstatten Ihren Beamten, abweichend von der Bundesbeihilfe, im stationären Bereich nur Regelleistungen, wie sie auch die gesetzliche Krankenversicherung erstattet.

Den Leistungsumfang, den ein Beamter hinsichtlich der Beihilfen erhält, kann er sich nicht (bzw. nur bedingt) aussuchen. Er kann aber mit unterschiedlichen Tarifkombination seinen Schutz sinnvoll aufbauen und Lücken in seinem Versicherungsschutz schließen. Dabei kann es sein, dass Versicherer A für ein bestimmtes Bundesland einen passenderen Tarif als Versicherer B bietet, was in einem anderen Bundesland wiederum völlig anders sein kann. Nur wer seine individuellen Ansprüche kennt, kann auch den passenden Ergänzungsschutz bewusst wählen. Wer nicht differenziert, vergleicht Äpfel mit Birnen.

Ist es vielleicht „unfair“ diesen Umstand anzusprechen, wo doch im Test darauf hingewiesen wir, dass Musterkunde ein Bundesbeamter ist? Gegenfrage: Welche Leser des Tests beachten diesen Umstand? Gerade darum sollte man Beamte darauf hinweisen, dass der Test nur für eine Minderheit aussagekräftig sein kann. Das ist zumindest meine Meinung.

Der beste Vertrag

Was ist der beste Vertrag? Ein Vertrag mit geringem Beitrag oder ein Vertrag mit umfangreichen Leistungen? Ist es vielleicht der Vertrag, der ein bisschen kostet und ein bisschen erstattet?

Den besten Vertrag gibt es nicht! Jeder hat individuelle Bedürfnisse; der eine Kunde möchte vielleicht, dass seine Krankenversicherung auch für Behandlungen im Ausland vollumfänglich leistet, während ein anderer Kunde möglicherweise seinen Schwerpunkt in der Kostenerstattung für Alternativmedizin sieht.

Freilich sind beide vorgenannten Punkte besondere Leistungswünsche und prinzipiell wäre auch nichts daran auszusetzen, wenn man für einen Vergleich zunächst einmal nur die wesentlichen Grundleistungen betrachtet.  Entscheidend ist aber auch, wie man Grundleistungen definiert.

Welche Leistungskriterien wurden bewertet?

„Mit diesen Leistungen sind Kunden auf der sicheren Seite“, brüstet sich Finanztest und setzt dem Maßstab oberhalb der Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen an.

Auf der sicheren Seite? Dann schauen wir uns die Anforderungen an Tarife doch einmal gemeinsam an.

Grundsätzlich leistet beim Bundesbeamten auch die betreffende Beihilfeverordnung analog dem Kriterium, wenn auch mit einem hier nicht beachteten Kürzungsbetrag. Aber ist das auch ein echtes Vergleichskriterium? Mal ganz abgesehen davon, dass in einer Vielzahl von Tarifen auch ein Einbettzimmer versicherbar ist, Zweibettzimmer mit wahlärztlicher Behandlung können Sie bei jedem Versicherer versichern.

Beim nächsten Mindestkriterium wird es schon spannender. Kostenübernahme von 30 Behandlungstagen bei stationärer Psychotherapie. Welche Tarife haben wohl diese Limitierung? Die Beihilfeverordnung Bund jedenfalls genauso wenig, wie die GKV und die meisten der privaten Krankenversicherer. In einer solchen Beschränkung liegt ein erhebliches Kostenrisiko für Versicherte. Wieso entscheidet Finanztest, dass diese Leistung ausreicht, um über dem GKV-Niveau zu liegen und dass Kunden mit einer solchen Klausel gut versichert wären?

Gleiches gilt für die ambulante Psychotherapie. Vor 8 Jahren betonte man noch, wie wichtig die Leistungen hier sind und wie hoch das Kostenrisiko sein kann (man sprach sogar von längeren Behandlungszeiten und 2-3 Sitzungen pro Woche) und dennoch vermittelte man dem Leser das Gefühl, mit einer Kostenerstattung für 20 Sitzungen jährlich hätte er einen vernünftigen Versicherungsschutz.

Wenn ich mich nicht verrechnet habe, komme ich bei solchen Annahmen auf 156 potentielle Sitzungen pro Jahr. Kommt dann zwangsläufig nicht nur ein Versicherer in Frage, der die Anzahl der erstattungsfähigen Sitzungen nicht begrenzt, wenn man gut versichert sein will?

Was aber ist im aktuellen Test das Kriterium? 70% für bis zu 50 Sitzungen (entspricht den Kosten von 35 Sitzungen bei 100%).  Ist das eine erhebliche “Anhebung der Mindestanforderungen? Der Hinweis, dass nun auch Behandlungen von Psychotherapeuten erstattungsfähig sein sollten ist gut. Ein finanzieller Notstand ist bei Versicherten aber auch vermeidbar, wenn nur Behandlungen durch Psychiater (Ärzte) erstattet werden, denn die gibt es, anders als bei Heilmittelanwendung, die meist von „Heilhilfsberufen“ ausgeführt werden.

Damit wären wir beim nächsten Punkt, der Kostenerstattung von Heilmitteln. 75% der Kosten sollten laut Finanztest erstattungsfähig sein; warum nicht 100%? Wer übernimmt die Restkosten z.B. bei chronisch Kranken mit langwierigen, häufigen Behandlungen, ggf. mehrmals wöchentlich?

Ebenso hält Finanztest im Bereich der Hilfsmittelversorgung für ausreichend, wenn 75% der Kosten erstattungsfähig sind. Auch müssen Hilfsmittel nur in „einfacher Ausführung“ erstattungsfähig sein. Nun kann man sich darüber streiten, was „einfach“ ist und was gehoben (hier gibt es tatsächlich Rechtsstreite). Sie benötigen nach einem Unfall ein Glasauge und eine Beinprothese? Wie wäre es mit Augenklappe und Holzbein! Aber mal im Ernst, das Leistungsniveau der GKV wird mit diesem Kriterium nicht erreicht. Wissen Sie welchem Kostenrisiko Sie sich mit einem solchen Vertrag aussetzen würden? Ein Beispiel

13.227 € für den Rollstuhl. Wie hoch wäre die Erstattung bei unserem Bundesbeamten? Nehmen wir einmal an 50% Erstattung erfolgt durch die Beihilfe. Restbetrag 6.613,50 €

Nun hängt es etwas davon ab, ob die Erstattung der PKV (tarifabhängig) sich auf den Rechnungsbetrag oder den Restbetrag bezieht. Nehmen wir an, dass 75% vom Restbetrag erstattungsfähig wären (Erstattung 4.960,12 €)  verbleiben noch stolze 1.653,38€ Eigenleistung.

Die Rechnung stimmt natürlich nur, wenn die Leistungen für Rollstühle im PKV-Tarif nicht schon von vorne herein auf einem bestimmten maximalen Erstattungsbetrag (z.B. 2.500€) limitiert sind. Dann könnten die verbleibenden Kosten deutlich höher ausfallen. Kann man vom Verbraucher verlangen, das er solche Risiken kennt?

Bleiben wir noch etwas bei den Hilfsmitteln und schauen mal, was bei den Mindestanforderungen noch zum Thema Beamte steht:

Wie bitte? Bei Beamten ist ein geschlossener Hilfsmittelkatalog völlig ausreichend ?

Was aber ist, wenn der Hilfsmittelkatalog geschlossen ist, und für das  benötigte Hilfsmittel mangels Nennung kein Erstattungsanspruch besteht? Beispiel einer ggf. nicht versicherten Gehhilfe:

Des weiteren wurden als Mindestanforderungen gewählt:

Fühlen Sie sich mit diesen Leistungen auf der sicheren Seite?

Zusätzlich wurden auch 26 Zusatzleistungen bewertet, die über den begrenzten Umfang der Mindestanforderungen hinaus geleistet werden. In wie weit Formulierungsunterschiede in den Tarifwerken beachtet wurden, ist dem Test allerdings nicht zu entnehmen.

Wie wurde nun bei den Beamten gewichtet?

Die Mindestanforderungen wurden bei den Beamten mit 88% gewichtet. Wer also als Versicherer die zuvor beschriebenen Leistungen (unabhängig von dem, was die Beihilfe zahlt) erfüllt hat, der hat im Leistungsbereich schon einmal eine große Hürde genommen. Die Zusatzleistungen, also die Leistungsformulierungen, wo sich die Tarife erheblich voneinander unterscheiden, wurden mit 12% gewichtet.

Viele Leistungsbausteine, die aber gerade für Beamte wichtig werden können, wie beispielsweise Nachversicherungsgarantien für Versicherungsleistungen, die bei Ausscheiden aus dem Beamtenverhältnis relevant werden können oder auch in wie weit ambulante Behandlungskosten durch Tarife der  PKV erstattungsfähig sind, falls die Leistungen nicht beihilfefähig sind, wurden weder in den Mindestanforderungen, noch in den Zusatzleistungen in die Bewertung einbezogen.

Für den Ausgang des Vergleiches dürfte es aber auch kaum erheblich sein, ob nun eine Zusatzleistung mehr oder weniger betrachtet wird, angesichts einer geringen Gewichtung von 12%

Basis für die Gewichtung im Test ist die statistische Leistungswahrscheinlichkeit, bezogen auf die Anforderungen. Der Sinn dieser Methode erschließt sich mir nicht, denn wesentlich in der Krankenversicherung ist m.E. für den Versicherten, sein persönliches Risiko abzudecken, nicht die Deckung der Durchschnittskosten.

Bis zum 60. Lebensjahr sterben nur ca. 10% der Deutschen. Ist damit die Risikolebens-versicherung für Familien unwichtig?

Im Ergebnis erhalten dann die getesteten Tarife Leistungsqualifizierung nach einem Buchstabensysthem. A= Leistungsniveau seht hoch, B= hoch C=mittel.

Ist mit dieser Systematik ein individuell passender Tarif zu finden? Welche Folgen die Gewichtung auf das Testergebnis hat möchte ich Ihnen gerne an folgendem Beispiel verdeutlichen:

Nehmen wir an, Sie vergleichen 4 Autos. Mindestanforderungen an die Fahrzeuge sind:

4 Räder, ein Lenkrad, eine Bremse und ein Gaspedal. Das billigste Auto kostet 12.000 €, das teuerste 80.000 €.

Welches Auto bietet das beste Preis-Leistungsverhältnis bezogen auf die Mindestleistungen?

Bekommen Sie, für nur 12.000 €  das beste Fahrzeug?

Kann das Beispiel den mit dem hoch komplexen Krankenversicherungsvergleich mithalten? Nun, wenn 88% der geforderten Leistungen von fast allen Tarifen annähernd erreicht werden und die Mehrleistungen nur mit 12% gewichtet werden, was ist dann wohl ausschlaggebend für das Testergebnis? Könnte es vielleicht der Preis sein?

Schauen wir uns nun einmal den Test und das Testergebnis bei Beamten an.

Interessant sind zunächst die Fußnoten 1) und 2).

Die Provinzial hat das Geschäftsgebiet auf die Länder Niedersachsen und Bremen beschränkt. Keine Geschäftstätigkeit Niedersachsen, Bremen und der bayerischen Pfalz (dem 17. Bundesland?) hat die UKV.

Die Concordia, der Testsieger (wie schon  2006) hat das Geschäftsgebiet (lt. Test) nicht begrenzt.

Nein? Dann sollte ein Beamter aus Hessen oder Bremen doch mal versuchen, sich hier zu versichern. Ach so, das geht ja gar nicht, denn beihilfekonforme Tarife werden für diese Bundesländer ja gar nicht angeboten.

Und was passiert, wenn ein dort versicherter Beamter den Dienstherren in Richtung dieser Länder wechselt? Im Rahmen meines Blogbeitrages zu diesem Thema hatte ich die Concordia bereits angeschrieben.


Dann können sich Beamte also entweder unterversichern, und zahlen ggf. Kosten selber, oder überversichern. Im 2. Fall wird dann entweder die Beihilfe gekürzt, oder man bewegt sich ggf. auf dem schmalen Grad der Bereicherung. (Der Form halber – Basistarif ginge ggf. auch)

Und wie sieht es mit den Tarifinhalten aus?

Warum wählt die Concordia diese Formulierung? Um Einfluss zu nehmen und ggf. nicht zuzustimmen? Vermutlich, denn wenn dem nicht so wäre, hätte man die Begrenzung ja auch weglassen können. Dann wiederum muss sich Finanztest die Frage gefallen lassen, wieso die Concordia überhaupt in den Test einbezogen wurde. Ist die Mindestanforderung erfüllt?

Was fällt noch auf? Klar die Tarifkombination.

Berechnet werden im Test ausschließlich die Beiträge für ambulante, stationäre und dentale Leistungen. Und wie ist das mit den Restkosten und Tarifen zur Schließung von Beihilfelücken? Im Text weißt Finanztest noch darauf hin, dass Versicherungsnehmer ja selbst verantwortlich sind und Beamte, die einen umfangreicheren Schutz haben möchten, einen Beihilfeergänzungstarif abschließen können (ohne näher zu erwähnen, dass eine Vielzahl von Ergänzungstarifen Beihilfelücken nur punktuell schließen).

Was ist mit Zuzahlungen in der stationären Wahlleistungsversorgung und Unterbringung, Kurleistungen oder Pflegeversicherung? Das ist offenbar nicht so wichtig (so wie mit den Mindestanforderungen?) Würde sich ein Änderung der Reihenfolge ergeben, wenn man hinsichtlich des passenden Bedarfes für Beamte Tarifkombinationen vergleichen würde?

Einen letzten Punkte möchte ich noch ansprechen: Die Beitragssteigerung.

Beitragssteigerungen betreffen auch Beamte, denn die Tarife unterliegen natürlich den gleichen Gesetzmäßigkeiten wie andere PKV Tarife auch. Dass ein Teil der Krankheitskosten vom Dienstherren übernommen wird, „hebt“ die Steigerung der PKV Beiträge nicht auf. Sicherlich kann bei Erhöhung von Beihilfeansprüchen (aktuell Beispiel Bund auf 70%) der absolut zu zahlende Beitrag sinken. Eine Vorsorge ist sicher dennoch auch bei Beamten sinnvoll.

Wie hat sich der Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung für Versicherte, die oberhalb der  Beitragsbemessungsgrenze in der Vergangenheit entwickelt? 2 Beispiele:

Höchstbeitrag GKV 2014 -> 627,75 €

(Ohne Pflegepflicht – die gab es 1970/1982 noch nicht)

Höchstbeitrag GKV 1970 ->   50,31 €   ⦱ jährl. Steigerung bis heute 5,9%

Höchstbeitrag GKV 1982 -> 216,28 €   ⦱ jährl. Steigerung bis heute 3,39%

Eine Verdreifachung der PKV-Beiträge in 32 Jahren?

Das entspräche einer durchschnittlichen jährlichen Steigerung von 3,49%.

Und noch etwas zum schmunzeln:

Die PKV Analyse von Finanztest kostete 2006 für die Erstberechnung 18 €.

Im aktuellen Test wird die Auswertung für 29 € angeboten.

Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Kostensteigerung von 6,14%.

Legen Sie schon mal etwas Geld zurück. Ich nehme an, dass Sie in 32 Jahren über 190 € für die Analyse zahlen müssen, also mehr als das 6-fache.

Mein Fazit

Finanztest hätte vieles besser machen können als noch 2006. Will man es nicht oder kann man es nicht besser? Vielleicht wird es finanziell auch uninteressant, wenn man Verbrauchern keinen billigen Versicherer mehr mit umfangreichen Leistungen  präsentieren kann  – das vermag ich nicht zu beurteilen. Leid tun mir Verbraucher, wenn sie Schaden nehmen würden, weil sie sich auf solche Testergebnisse für einen unpassenden Tarif entscheiden.

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Nachdem bereits zum 01.01.2013 in  Baden Württemberg  eine Beihilfeänderung in Kraft getreten ist, die bereits erheblich Einschränkungen hinsichtlich der möglichen Beihilfesätze für “Neuverbeamtungen” enthielt,  stehen zum 01.04.2014 eine Beihilfeänderung vor der Tür, die alle Landesbeamten im betreffen wird.

Was ändert sich? Worauf müssen Beamte in Baden Württemberg bei Ihrer privaten Krankenversicherung nun verstärkt achten?  Auszugsweise einige Beispiele:

Stationäre Behandlung in Privatkliniken

Die Leistungen werden künftig begrenzt, d.h. es ist möglich, dass Sie in solchen Kliniken als Patient zuzahlen müssen.

Tip: Prüfen Sie, ob Ihre private Krankenversicherungen auch solche Lücken z.B. über den Beihilfeergänzungstarif schließt. Bei einigen Versicherern (insbesondere bei Beamten in den Ländern, die nur Regelleistungen bieten) kann der Schutz im stationären Brich für Wahlleistungen zu 100% versichert werden. Ist ein solcher Versicherungsschutz nicht möglich, sollten Sie vor Behandlungsbeginn Ihren Leistungsanspruch mit Ihrer Beihilfestelle klären.

Ggf. wäre die Wahl eines anderen Krankenhauses nötig, um volle Kostendeckung erlangen zu können.

Fahrtkosten

Die Kostenübernahmen wurden insbesondere bei “Krankentransporten/-fahrten” im Nahbereich eingeschränkt. Bei einigen schweren Erkrankungen oder wenn eine Schwerbehinderung vorliegt, können Fahrten zum Behandler dennoch beihilfefähig sein.

Tip: Einige Tarife privater Krankenversicherer bieten in den Beihilfeergänzungsversicherungen eine entsprechende Absicherung. Achten Sie jedoch auf die Formulieren. Es gibt Tarife,  die die Kosten bei ambulanten nur übernehmen, wenn es sich um Notfalltransporten handelt. Prüfen Sie Ihren Vertrag oder lassen Sie sich ggf. von Ihrem Berater den entsprechenden Passus in Ihrem Vertrag zeigen.


Ambulante Heilkuren

Versorgungsempfänger (Ruhestandsbeamte und Hinterbliebene) und berücksichtigungsfähige Angehörige erhalten ab 01.04.2014 zu den Aufwendungen einer ambulanten Heilkur keine Beihilfen mehr.


Tip: Achten Sie ab Beginn Ihres Vertrages (dem Ihrer Angehörigen) darauf, das Kurleistungen ausreichend versichert sind. Einige Versicherer bieten hier nur sehr geringe Leistungen, andere versichern Kurleistungen komplett und leisten ggf. zudem noch Kurtagegelder bis zu ca. 200€ täglich


Behandlungen im Ausland

Bei Notfallversorgungen in der nächstgelegenen Behandlungsmöglichkeit entfällt künftig die Beschränkung auf die Inlandskosten, Ausschlüsse und Begrenzungen auf Höchstbeträge der Beihilfeverordnung gelten aber weiterhin. Weiterhin gilt auch eine Leistungsbeschränkung auf die Beihilfesätze.

Tip: Für “normale” Urlaubsreisen (bis zu 6 Wochen) sollten Sie für sich und Ihre Familie eine Auslandsreiseversicherung abschließen. In vielen Beihilfeergänzungstarifen sind entsprechende Leistungen für den Versicherten bereits enthalten. Bei Längeren Auslandsaufenthalten ist der Versicherungsschutz von den Tarifinhalten Ihres Vertrages abhängig. Achten Sie bereits bei Vertragsabschluss darauf, das der Beihilfeergänzungszarif auch Versicherungsleistungen für ambulante ärztliche Behandlungen vorsieht, die die Beihilfe nicht übernimmt, und dass keine Begrenzungen auf deutsche Gebühren ( z.B. GOÄ) vorhanden sind. Lassen Sie sich ggf. den entsprechenden Passus in Ihrem Vertrag zeigen.

Weitere Änderungen wurden im Bereich des Betriebes / Unterhaltes von Hilfsmitteln, bei den Steigerungssätzen für Standard- und Basistarifversicherten, für Beihilfen im Todesfall, Pflegeaufwendungen, Familien- und Haushaltshilfen, bei Arzneimitteln oder auch bei Verzicht auf Wahlleistungen im Krankenhaus vorgenommen.

Tip: Achten Sie bei dem Wechsel in die Private Krankenversicherung darauf, dass der von Ihnen gewählte Tarif möglichst so umfangreich ausgestaltet ist, dass ggf. auch künftige Kürzungen der Beihilfe mitversichert sind, bzw. Sie die Möglichkeit haben, Ihren Tarif sich ändernden Lebensumständen ohne erneute Risikoprüfung anzupassen.

Vorgenannte Änderungen dienen nur der Vorabinformation. Einen Rechtsanspruch können sie daraus nicht ableiten. Ich empfehle ihnen, sich bei Fragen zu Leistungen der Beihilfe immer mit Ihrer Beihilfestelle in Verbindung zu setzen und sich ggf. Ihren Anspruch dort schriftlich bestätigen zu lassen. Genauere rechtliche Grundlagen können Sie der für Sie gültigen Beihilfeverordnung entnehmen.

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…zumindest nicht, wenn Sie sich vorher für die falsche Krankenversicherung entschieden haben.

Wo liegt das Problem?

Wenn Beamte bereits privat versichert sind und nach Hessen oder Bremen versetzt werden, könnten kann eine über oder Unterversicherung entstehen, nämlich dann, wenn Ihr private Krankenversicherung keine beihilfekonformen Restkostentarife für diese Bundesländer anbietet.

Wärend die meisten Bundesländer (und Bund) Ihren Beamten personenbezogene Beihilfesätze bieten, sehen Hessen und Bremen für Ihre Beamten familienbezogene Beihilfesätze vor. Wie ist das zu verstehen?

Beamte des Bundes und der meisten Länder erhalten 50% Beihilfe. Je nach Anzahl der berücksichtigungsfähigen Personen (oder als Pensionär) kann sich  der Beihilfesatz auf bis zu 70% erhöhen (Kinder bekommen 80% Beihilfe).

Entsprechend bieten die meisten Versicherer 30% bzw. 20%ige „Ergänzungsstufen“ in der privaten Krankenversicherung an. Mit diesen Kombinationen ist immer 100%ige Absicherung darstellbar.

In Hessen oder Bremen ist dies anders. Hier erhalten Beamte familienbezogene Beihilfen in Höhe von 50% zzgl 5% Beihilfe für jeden berücksichtigungsfähigen Angehörigen (Kinder / Ehegatten). Für Versorgungsempfänger gibt’s zusätzlich 10 %. Hessische Beamte erhalten zudem im stationären Bereich eine um 15% erhöhte Beihilfe. Versicherer, die beihilfekonforme Restkostentarife für diese Bundesländer anbieten, sehe in Ihren Tarifen 5% Stufen zur Anpassung vor.

Nehmen wir nun als Beispiel mal den Fall eines alleinstehenden Bundesbeamten, der nach Hessen wechselt.

Bisher bestand eine Absicherung zu 100% (50% Beihilfe/ 50% PKV)

Wird er nun nach Hessen versetzt erhält er 50% Beihilfe und im stationären Bereich 65%.

Wie soll reagiert werden wenn der Versicherer keinen passenden Tarif (5% Stufen) bietet? Mit einem 30%igem Privatschutz? Dann bestünde im stationären Bereich eine Unterversicherung von 5% und in anderen Bereichen sogar 20%.


„Dann werde ich mich eben überversichern“. Der Gedanke liegt nahe, aber macht es Sinn, zuviel Beitrag zu bezahlen? Bekommen Sie die dann mehr erstattet, als die tatsächlichen Kosten?



In Hessen würde dies zumindest theoretisch funktionieren, denn eine auf eine Überversicherung folgende Beihilfekürzung (wie in anderen Ländern) findet hier „noch“ nicht statt, da die Überversicherung seitens der Beihilfestelle nicht geprüft wird. Das ist aber keine Garantie dafür, das diese künftig nicht geändert wird (2012 stand Hessen kurz vor dieser Änderung) und Probleme, die sich aus einer „Bereicherung“ ergeben können sind hiermit auch nicht gelöst.

Je nach familiärer Situation und anderen Beihilfesätzen können die Abweichungen noch deutlich höher sein!

Was antworten betroffene Versicherer, die hierzu befragt werden:

…derzeit bieten Sie m.W. keinen beihilfekonformen Restkostentarif für Hessen und Bremen an.

Welche Tarife kann ein bei Ihnen über Unisextarife Versicherter wählen, falls er in eines der besagten Bundesländer versetzt wird?

Welche Tarifkombination wird dann versichert?

Die Antworten:

Concordia Krankenversicherungs-AG:

“Sehr geehrter Herr Harms,

in einem solchen Fall würden wir eine Tarifkombination anbieten, die seinem Beihilfeanspruch am nähesten kommt.

Mit freundlichen Grüßen

i. A. XXXXXXXXXXXXXX

Concordia Krankenversicherungs-AG

Krankenversicherung Vertrag”


Hallesche Krankenversicherung a.G.:

“Sehr geehrter Herr Harms,

vielen Dank für ihre Anfrage.

Da wir im Unisex- Segment derzeit keine passenden Tarife bieten können, wäre nach den derzeitigen Rechtsgrundlagen kein (passendes) Angebot möglich. ( Beispielsweise der Wechsel von Unisex zurück in Bisex*)

Nach Rücksprache mit unserer Vertragsabteilung würden wir im Zweifelsfall, sollte der VN den Wünsch äußern, eine entgegenkommende Kündigung akzeptieren.

Darüber hinaus besteht in Hessen rechtlich noch die Möglichkeit der Über- bzw. Unterversicherung. Hier wäre also ein Angebot mit Abweichung von höchstens +/- 5 % möglich.

Sollte der VN trotzdem bei der HALLESCHE versichert bleiben wollen/ müssen (z.B. aus med. Gründen) wäre ggf. eine Sonderentscheidung erforderlich.

Bei Fragen rufen Sie uns bitte einfach an.

Mit freundlichen Grüßen

i.A. XXXXXXXXXX

HALLESCHE Krankenversicherung a.G.

* zu Zeiten der „Bisextarife“ (vor 21.12.2013 bot die Hallesche mit den C-Tarifen beihilfekonformen Versicherungsschutz auch für Hessen und Bremen –ohne Beihilfeergänzungstarif. Bei Versicherten die in diesen Tarifen versichert sind sollte eine beihilfekonforme Umstellung möglich sein.)

Bietet die Hallesche hier eine gute Lösung? Ein Versichererwechsel dürfte insbesondere wenn der Vertrag länger läuft, z.B. aufgrund des Verlustes von Alterungsrückstellung für kaum einen Kunden eine vernünftige Option sein, mal ganz abgesehen davon, dass es gerade bei älteren Versicherten mit Vorerkrankungen überhaupt schwierig sein dürfte einen anderen Versicherer zu finden. Der Hinweis auf die maximale Über- / Unterversicherung von 5% ist schlichtweg falsch, wie schon der einfache, beschriebene Beispielfall belegt.

Die Antwort der Nürnberger Krankenversicherung AG liegt noch nicht vor (folgt).

Noch problematischer könnte es werden, wenn Sie zum Zeitpunkt einer Verbeamtung bei einem Versicherer versichert sind, der überhaupt keine Tarife für Beamte anbietet, wie beispielsweise die Mecklenburgische Krankenversicherung AG oder Württembergische Krankenversicherung AG.

Was wollen Sie unternehmen? Den Versicherer wechseln? Was ist, wenn dies aufgrund einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht mehr möglich ist? Im bestehenden Tarif bleiben? Dann müssten Sie künftig auch den Teil der PKV übernehmen, den zuvor ggf. Ihr Arbeitgeber übernahm – ein teures “Vergnügen”.

Dem Grunde nach ist es niemandem zu empfehlen sich bei Versicherern zu versichern, die für Beamte  keine oder nur eingeschränkt Tarife anbieten, wenn nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann, dass der /die Versicherte (oder ggf. Angehörige) jemals einen Beihilfeanspruch erhalten könnten.

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